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Altweibersommer, Flammkuchen und Wein.

Frische und kühle Nächte werden von sonnigen angenehm warmen Tagen abgelöst. Ab Mitte September bis in den Oktober sorgt eine Schönwetterperiode für die bunte Färbung der Blätter an den Bäumen und feine Tautropfen lassen silbern schillernde Spinnfäden in der Luft schweben. Wie die silbernen Haare „alter Weiber“ glänzen die frisch gesponnenen Netze der Jungspinnen im Morgentau auf Feldern und in den Weinbergen.

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Das ist die Zeit der Weinlese und der Besen- oder Heckenwirtschaften mit deftigen und einfachen Speisen, wie z.B. dem Flammkuchen. Man stelle sich den knusprigen Flammkuchen frisch aus dem Ofen auf dem rustikalen Holzbrett deftig nach Speck und Zwiebeln duftend vor. Hauchdünn ausgerollter Teig wird mit salzig-rauchigem Speck und mild-scharfem Lauch oder Zwiebeln belegt. Das Ganze wird geschmeidig satt von Crème auf dem Teig gehalten. Beim Schneiden der frisch gebackenen, knusprigen Leckerei springen braun geröstete, übermütige Krümel hoch. Hmmmm!

Der Flammkuchen ist im Süddeutschen, im Elsass und in Lothringen traditionell Zuhause und wird in Frankreich tarte flambée genannt. Flammkuchen ist in der Zeit der mit Holz befeuerten Öfen zum Testen der Temperatur in den Ofen geschoben worden, wenn die Flammen noch etwas züngelten, bevor das Brot dann bei mäßiger Wärme im Ofen backen konnte. Mit seinen wenigen Zutaten, es braucht nicht einmal Hefe für den einfachen Teig, ist der Flammkuchen ein schnell zubereitetes Gericht. Beim Flammkuchen passt die Regel: Weine der Region passen zu den Speisen der Region. Elsässer Weine passen hervorragend zu Elsässer Flammkuchen. Riesling, Muscat d´Alsace und Auxerrois sind fruchtig und süffig zu dem Salzigen und so verschwindet Bissen um Bissen mit Schluck um Schluck im Gaumen …

Flammkuchen schmeckt klassisch und auch in „de luxe“ Varianten wie mit Parmaschinken und frischem Ruccola belegt oder mit frischen Feigen und Ziegenkäse. Auch in vegetarischer herzhafter Abwandlung mit Zucchini, Pilzen oder Kürbis verführt Flammkuchen saisonal mit frischem Gemüse aus dem Garten oder vom Markt.

Natürlich gibt es auch süße Flammkuchen. Die frisch geernteten Äpfel und Birnen, mit etwas Zimt bestreut, auf dem dünnen Teig kurz gebacken und warm genossen sind eine echte Alternative zu Kuchen oder Dessert. Dazu passen halbtrockene, je nach Säure der Äpfel, auch feinherbe Rieslinge. Zu Birne mit Zimt ist ein restsüßer aromatischer Muskat sehr lecker.



Anke Kürschner

Die Weine aus dem Bericht

Veröffentlicht: 02.09.2019
Autor: Anke Kürschner
 

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