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Welches Weinglas für welchen Wein?


DAS richtige Weinglas

Vielleicht gehören Sie zu denjenigen Weintrinkern, die alle Weintypen und -farben aus ein und demselben Glas trinken: ohne Stiel, dickwandig und robust, wie es auch auf der Picknickdecke gut funktioniert und lecker schmeckt. Ich habe genug liebenswerte Freude, die nicht so ein „Gedöns“, um den Verzehr von Wein machen. Natürlich sehen Weingläser mit Stiel bei einer festlich gedeckten Tafel chic aus. Dann sind sie bei mehreren Gängen auch noch in verschiedenen Größen oberhalb des Bestecks in einer bestimmten Reihenfolge eingedeckt! Kann man denn wirklich einen Unterschied schmecken oder ist das übertrieben – eben „Gedöns“?


Wieviel verschiedene Weingläser sollten im Gläserschrank stehen?

Empfohlen: 5 verschiedene Weinglastypen,
3 sollten Sie auf alle Fälle haben!

Warum? Die 3 Glastypen, die sie auf alle Fälle im Schrank haben sollten, sind ein Schaumweinglas, ein Weißweinglas und ein Rotweinglas.

Sektglas

Ein Schaumweinglas für Champagner, Sekt & Co. ist schlanker als andere Weingläser. Zu schlank und schmal sollten sie allerdings auch nicht sein; ein bisschen „Bäuchlein“ dürfen sie schon haben, sonst schäumt die Kohlensäure massiv direkt in den Mund, ohne dass sich die vorher entwickelten Aromen mit hinein mischen.

Weißwein

Ein Weißweinglas für frische, fruchtige und leichtere Weißweine ist nur leicht bauchig und hat einen sich verjüngenden Kamin. Weine die durch Frucht und Primäraromen glänzen, lassen diese im Kamin aufsteigen und die Säure bleibt verhaltener im Hintergrund. Insgesamt ist ein Weißweinglas deutlich kleiner als ein Rotweinglas.

Rotweinglas

Ein Rotweinglas ist demnach größer als ein Weißweinglas und wird für Weine benutzt, die mehr Volumen benötigen, um sich zu entfalten. Wie er Name schon sagt, ist es in erster Linie für Rotweine gedacht. Allerdings gibt es auch Weißweine, die gehaltvoll sind und Platz benötigen, um sich zu entfalten.

Bei 5 verschiedenen Gläsertypen erweitern Sie die Auswahl auf je 2 unterschiedliche Weiß-, bzw. Rotweingläser. Der Unterschied besteht jeweils darin, wie bauchig der Kelch in der Mitte und wie lang und hochgezogen der Kamin des Glases gestaltet ist.

Einfach zu merken ist: Burgund ist rund. Burgundergläser sind bauchig und kürzer als z.B. Bordeauxgläser. Bei beiden ist der Oberflächenspiegel, also die Stelle mit dem größten Durchmesser, oft ähnlich groß. Der wesentliche Unterschied ist die Länge und Ausgestaltung des Kelches und Kamins.

Der Oberflächenspiegel ist wichtig für den Kontakt mit Sauerstoff. (Detaillierte Erklärung was der Sauerstoff mit dem Wein macht finden Sie unter "Wie lange hält offener Wein".)

Der Kamin, also das Stück wo sich das Glas vom Bauch (ohne Weininhalt) nach oben bis zum Glasrand verjüngt, dient auch als „Sauerstoffraum“. Durch die Art wie er geschwungen ist, leitet er die Aromen unterschiedlich nach oben zur Nase.

Burgunderglas

Bei dem breiten, runden Burgunderglas kommen die fruchtigen Weine gut zur Geltung und zeigen direkt was ihr Wesen ausmacht.

Bordeauxglas

Im längeren Kamin eines Bordeauxglases, braucht es den Platz, um erst einmal den Fruchtaromen Raum zu geben, und mit den kräftigeren Tanninen und herberen Aromen eine Harmonie in der Nase zu gestalten.

Chardonnayglas

Bei den Weißweinen ist es ähnlich. Ein Chardonnayglas ist bauchiger. Chardonnay gehört von der Rebsorte her zu der Burgunderfamilie. Solche Gläser eignen sich auch für Weiß- und Grauburgunder. Durch den Sauerstoffkontakt treten auch hier die Fruchtaromen mehr hervor und eventuelle Holznoten eher in den Hintergrund. So ergibt es eine schöne körperreiche Fülle.

Rieslingglas

Für fruchtige Weißweine bietet sich das schlankere Rieslingglas an. Solche Weine haben oft eine belebende Säure. Wie bei einem Bordeauxglas, in dem die Gerbsäure nicht so sehr in den Vordergrund tritt, bietet der langgezogene Kamin Raum für die feinen Fruchtaromen, die gezielt in die Nase aufsteigen. Über den feinen Glasrand finden zuerst Frucht und Süße im Mund Platz, bevor die Säure nachkommt.

Zusammengefasst:
1 Schaumweinglas,
1 „Rieslingglas" für die fruchtigen und leichten Weißweine,
1 Chardonnayglas für die körperreicheren Weißweine,
1 Burgunderglas für fruchtige Rotweine mit eleganten, harmonischen, weichen Tanninen
1 Bordeauxglas zum Entfalten der kräftigen Rotweine.





Weinprobe- einmal anders

Es gibt eine ganz einfache Probe, mit der Sie herausfinden können, wieviel Sie in verschiedene Weingläser investieren sollten.

Es ist egal mit welchem Wein Sie die Probe durchführen. Nehmen Sie einfach Ihren Lieblingswein und verschiedene Gläser. Soweit vorhanden:

  • ein breites, kurzes, stielloses Wasserglas,
  • ein schlankes Longdrinkglas,
  • ein Sektglas
  • ein Weißweinglas bauchig, ein Weißweinglas schlank (langgezogener Kelch, schmale Öffnung)
  • ein Rotweinglas bauchig, ein Rotweinglas schlank (langgezogener Kelch, schmale Öffnung)

Schenken Sie den Wein in die verschiedenen Gläser ein und geben Sie ihm einen Moment Zeit, sich in dem Glas zu entfalten. Dann testen Sie nacheinander die verschiedenen Gläser. Können Sie einen Unterschied im Geschmack wahrnehmen? Das ist eine spannende Probe, die man gut mit Freunden zusammen durchführen kann. Sie werden feststellen, dass nicht jeder einen Unterschied schmeckt.Wenn Sie die Probe noch erweitern möchten, können Sie verschiedene Weintypen (weiß, rot, kräftig, fruchtig) in den verschiedenen Gläsern verkosten.





Was macht den Unterschied zwischen dem 1,00 € Industrieglas zu dem 32,00 € mundgeblasenen Weinkelch aus?

Der Unterschied zwischen mundgeblasenem und industriell gefertigtem Glas

Der Beruf des Glasbläsers ist auch heute immer noch ein Ausbildungsberuf und das Fertigen von Glas ist seit 2016 in das Verzeichnis zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen worden. Damit kommen wir kurz zu dem Unterschied zwischen Industrieglas und mundgeblasenen Weingläsern.

Mundgeblasene Weinkelche sind dünnwandiger, filigraner und haben dementsprechend auch einen dünneren Glasrand. Das lässt den Wein unmittelbar in den Mund gleiten und kann eine sensiblere Wahrnehmung fördern. Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, so einen Hauch von Glas nur zu spüren, weiß, was ich meine. Natürlich „schmecken“ wir einen Großteil der Aromen schon vorher in dem Nasenrachenraum, aber wenn der Wein, dann ganz fein über die Zunge geführt wird, bekommt sie die Gelegenheit in Ruhe zu schmecken, was der Wein zu enthüllen hat. Leider ist diese handgefertigte Kostbarkeit für Glasbruch anfälliger und erfordert achtsamen Umgang.

Die Festigkeit des Glases ist eines von mehreren Vorteilen des industriell hergestellten Kelches. Er ist preisgünstiger und auch noch robuster! Für den Alltag oder in der Gastronomie können die spülmaschinengeeigneten Gläser wieder und wieder mit normalem Geschick angstfrei benutzt werden. Sie sind in der Regel dickwandiger, aber hier gibt es je nach Hersteller Unterschiede in Wandstärke und Form. Zu achten ist dabei auch auf den Glasabschluss, den Glasrand. Er sollte nicht noch einmal extra dick abgerundet sein. Nicht immer ist die Wandstärke ein Preisindikator, aber oft.

Der Stiel des Glases ist zum Anfassen des Glases gedacht. Er sollte so beschaffen sein, dass man das Glas bequem halten kann und im Stand das Glas nicht kippelig wird. Das haben mundgeblasenes und industriell gefertigtes Glas gemeinsam. Dann Zum Wohl!





Anke Kürschner

Veröffentlicht: 09.04.2019
Autor: Anke Kürschner
 

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