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Woran erkenne ich guten, bzw. schlechten Wein?

5 Tipps zum Weinkauf

  1. 1. Die persönliche Erwartungshaltung abklären.
  2. 2. Etikettenlesen: Qualität steht auf der Flasche geschrieben
  3. 3. Seinen eigenen Geschmack kennenlernen
  4. 4. Preis /Leistung für sich bestimmen
  5. 5. Gutes Bauchgefühl = (Vor-)Freude beim Weinkauf

1. Die persönliche Erwartungshaltung abklären

DER gute Wein

Gut = „den Ansprüchen genügend, zufriedenstellend , wirksam, nützlich“      (Duden)

Welchen Ansprüchen soll der Wein genügen? Wen oder was soll er zufrieden stellen? Um eine Auskunft zu diesem Thema zu geben, gilt es erst mal festzustellen, dass eine allgemeingültige Antwort schwer fällt. „Gut“ ist schließlich eine Bewertung des Betrachters, bzw. Verkosters. Sie werden feststellen, dass der persönliche Geschmack das wichtigste Beurteilungskriterium ist.

DER schlechte Wein

Schlecht =  „von geringer Qualität, viele Mängel …2. schwach, unzulänglich, (nach Menge, Stärke) … ungünstig, nachteilig für etwas“ (Duden)

Hier kommen wir einer Bewertung von Qualität in der Formulierung näher.

Um etwas bewerten zu können muss man vorher die Erwartungen definieren. Zu welchem Anlass möchte ich Wein kaufen? Für mich alleine? Für ein Fest? Soll er in der Hauptsache ein Essen begleiten? Oder einfach aus Neugier oder Spaß? Das sind unterschiedlichste Ansprüche, denen ein Wein dann gerecht werden soll.

2. Qualität, die auf der Flasche geschrieben steht

Etikett

Erkenne ich schon an der Aufmachung  einer Weinflasche im Weinregal die Qualität eines Weines? Nein! Rein vom Design der Flasche lassen sich zwar Intention des Marketing und die Zielgruppe der Käufer manchmal erschließen.

Über den Inhalt erfährt man erst bei genauem Blick auf das Etikett etwas. Aber das kann schon eine Menge aussagen, was da so vorne und manchmal auch auf der Rückseite der Flasche geschrieben steht.

Es gibt eine gesetzliche Regelung wann was auf einem Etikett stehen muss:  Jahrgang, Rebsorte, Farbe des Weines (z.B. vino tinto), Abfüller bzw. Weingut, Qualitätsstufe, Herkunft, Alkoholgehalt und Zusatzstoffe, Süßegrade  wie trocken,  feinherb, halbtrocken oder lieblich.

Das klassische Beispiel des halbtrockenen Rieslings von der Mosel mit 10,5% Vol. Alkohol, der Sulfite enthält, sagt schon einiges über seine geschmackliche Ausrichtung aus, rein vom Etikett! Übrigens entstehen Sulfite auch bei der Weinherstellung und werden nicht nur zugesetzt.

Jetzt kommen wir zu dem umfangreicheren Thema der Qualitätsstufen. Ich erkläre es am Beispiel Deutschland. Der Verein Deutscher Prädikatsweingüter hat ab dem Jahrgang 2012 eine neue Klassifikation beschlossen. Diese orientiert sich am französischen Beispiel und grenzt geographisch die Herkunft der Trauben, die dann in einer Weinflasche zusammen sind, immer enger ein.

Gutswein, Ortswein, Erste Lage und Große Lage sind Aushängeschilder für das, was in der Flasche zu erwarten ist. Zwar gehören nicht alle Weingüter diesem Verein an, verfolgen aber je nach Anbaugebiet ehrgeizig auch eine verbraucherfreundliche, einheitliche Linie.

Gutswein, sozusagen der Brot & Butterwein des Weingutes, spiegelt als Alltagswein die Machart des Winzers wider. Ortswein, der Herkunftsort steht mit auf dem Etikett,  zeigt dann schon mehr das Profil seiner Herkunft. Er sollte typische Bodenbeschaffenheit, Klima, eben „Terroir“ des Ortes zeigen.

Der Lagenwein dann ist die Toplage des Weingutes, eine gut gelegene Parzelle von der das Lesegut meistens extra sorgfältig verarbeitet wird. Sozusagen das Flaggschiff des Weingutes. Der Lagenname ist auf dem Etikett aufgeführt. Nun kennen wir von früher noch die Prädikate Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein. Stehen diese Prädikatsstufen mit auf dem Etikett handelt es sich um restsüße Weine.

Eigentlich ganz einfach!

Je mehr Angaben ich auf einem Etikett vorfinde, desto besser kann ich den Wein zuordnen. Die generellen Angaben zu Geschmack oder Speiseempfehlungen wie „Passt zu…“ sind dann eher subjektiv einzuordnen.

3. Seinen eigenen Geschmack kennenlernen

Sollte ich denn nun noch Ahnung von Jahrgängen, Weingütern und Verkostungsnotizen einschlägiger Weinfachzeitschriften haben, bevor ich selbständig in dem Dschungel der Weinflaschen „guten“ Wein finde?

Nein. Es hilft zwar ungemein sich zurechtzufinden, eine Garantie, dass der Wein dann für einen selbst der „richtig Gute“ ist, ist es nicht. Es führt kein Weg an der eigenen Nase und dem eigenen Gaumen vorbei.

Wenn ein Wein fehlerhaft ist, sprich nach Kork oder Essig schmeckt, ist er schlecht, auch nach Dudendefinition. Manche Weine haben einen ungewohnten Geschmack, der vielleicht mangelhaft schmeckt aber wiederum eine Typizität der Region darstellt (z. B. Rancio im Roussillon). Dann ist der Wein vielleicht ein guter Wein auch wenn er Ihnen so gar nicht schmeckt!

Die viel zitierte Grundregel bei der Weinauswahl, die Einordnung in „Schmeckt mir“ und „Schmeckt mir nicht“ ist tatsächlich die wichtigste! Vorausgesetzt, dass Sie, wie bei der Auswahl Ihrer Speisen ihren Geschmack kennen.

Es ist ganz leicht. Mögen Sie schon mal gerne Saures? Naschen Sie gerne? Vielleicht auch mal Lust auf etwas Herbes? Was Sattes? Es gibt beim Wein einmal durch die Rebsorte und zum anderen durch die Machart des Winzers unterschiedliche Weintypen. Also, wenn Sie wissen, was Sie gerne mögen, kann man den Wein-Dschungel schon auf ein Wäldchen reduzieren.

Um beim Riesling Beispiel zu bleiben: In der Regel haben Weine, die reinsortig aus Riesling bestehen ein schönes Süße- Säure Fruchtspiel. Burgunderrebsorten, wie Weiß-, Grauburgunder, Chardonnay oder Auxerrois sind meistens etwas körperreicher, satter. Silvaner wirken schlank, Sauvignon Blanc eher frisch und „grün“ und so weiter. Weißen und roten Rebsorten werden  Typizitäten zugeschrieben.

Bei Rotweinen kommt noch hinzu, dass sie mit Gerbstoffen und sogenannten Tanninen unterschiedlich intensiv sind.  Manch einer mag das, anderen ist das rauhe Gefühl im Mund unangenehm. Zu Speisen können gerade diese Tannine dem Wein das Gerüst geben um z. B. mit einem gegrillten Rindersteak „mitzuhalten“. Da wären wir wieder bei Punkt 1 angelangt, welchem Zweck der Weinkauf dient. Finden Sie für sich heraus, was für ein Geschmackstyp Sie sind. Von da aus können Sie dann ja mutige Versuche in Sachen Kombination zu Speisen unternehmen.

4.Preis / Leistung für sich bestimmen

Es gibt Weine in allen Preisklassen. Ist gut, was teuer ist? Sind günstige Weine schlecht? Wie in anderen Sparten auch, wünscht man sich beim Einkauf die Superempfehlung zum Schnäppchenpreis - und wie bei anderen Dingen auch bezahlt man auch beim Wein handwerkliche Leistung und Namen/ Marketing mit. Industriell gefertigte Weine können natürlich preisgünstiger verkauft werden als handverlesene, in kleineren Mengen produzierte Weine.

Es gilt also herauszufinden, was man bereit ist für den Wein zu bezahlen. Veranstalte ich eine Party und möchte größere Mengen bereitstellen oder zu einem persönlich wichtigen Anlass eine Flasche „Genuss-Wein“ kredenzen?

Generell schmecken kann man Preisklassen bei Weinen schon. Es gibt die Einstiegsweine, die Mittelklasse und die gehobenere Klasse. Schmecken um wie viele Euros sie sich tatsächlich preislich unterscheiden, kann man allerdings nicht. Das haben Blindverkostungen gezeigt.

Dafür spielen Größe und Art der Bewirtschaftung eines Weingutes bis hin zur Aufmachung einer Flasche zu sehr mit in die Preisempfehlung hinein.

Nicht zu vergessen, dass Wein ein landwirtschaftliches Produkt ist und die Mengen wetterabhängig produziert werden. Durch die Abhängigkeit vom Klima und je nach Ertrag gestaltet sich auch der Preis. Sie können nur einmal im Jahr ernten. Das vergessen wir manchmal, da Wein das ganze Jahr für uns verfügbar ist.

Ob 5,00€ im Einstiegssegment, 10,00 € in der Mittelklasse oder ab 18,00 € aufwärts für einen besonderen Schluck entscheiden Sie und Ihr Anlass!

5. Gutes Bauchgefühl = (Vor-)Freude beim Weinkauf

Hier schließt sich der Kreis. Sie haben sich überlegt aus welchem Anlass sie Wein kaufen möchten, wieviel Sie dafür ausgeben möchten, können Rückschlüsse anhand eines Etikettes auf den Inhalt der Weinflasche ziehen und kennen Ihren persönlichen Geschmack. Mir macht es ein gutes Gefühl, mich auch von meiner Laune heraus für eine Flasche zu entscheiden. Begleitet wird der Kauf von freudiger Neugier und Entdeckergeist. Wein ist ein lebendiges Produkt. Er verändert sich im Laufe seines Flaschendaseins, und so ist es immer wieder spannend, was ich dann im Glas kosten werde.

Das ist übrigens auch nicht immer ein Kriterium für gut oder schlecht wie alt ein Wein ist. Es gibt Weine, die sind gemacht um zu reifen und schmecken jung nicht „gut“. Es gibt genauso Weine, die frisch und jugendlich ein Genuss sind!

Jetzt kommen wir in die Rubrik „ meine persönliche Meinung“.

Bei einer Sommerparty möchte ich keinen fülligen alkoholstarken Rotwein trinken auch wenn er gut ist. Ich würde ihn dann bestimmt falsch beurteilen, weil ich Lust auf etwas Frisches habe und durstig bin. Es hat auch etwas mit der eigenen Erwartungshaltung, Laune und Verfassung zu tun, wie ein Wein bei mir ankommt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass gute Weine in der Regel länger haltbar sind, sollte nach dem Öffnen der Flasche noch etwas übrig bleiben. Ich verkoste sogar ganz gerne manche Weine über 3-4 Tage um ihren geschmacklichen Werdegang mitzuverfolgen. Stabilität eines Weines ist für mich ein positives Kriterium. Dann geht´s los mit dem Schmecken. Hier ist „gut“ , was gefällt. Da „is jede Jeck anders“ , wie man so schön auf kölsch sagt. Es gibt kein richtig oder falsch bei Pfirsich-, Apfel- oder Zitrusaromen. Wenn die Aromen sich schnell wieder verflüchtigen und der Wein schnell fade im Mund wird, finde ich den Wein „schlecht“. Bleibt dagegen ein angenehmer langer Nachhall des Weines gefällt mir der Wein.

Veröffentlicht: 14.03.2017
Autor: Anke Kürschner
 

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