Nachdem Eiswürfel im Wein kein Tabuthema mehr sind, wenden wir uns der nächsten sommerlichen Wein-Erfrischung zu: Die Mixtur aus Wein und Mineralwasser. Wir sprechen vom Spritz Liscio, also dem Spritz „pur“ ohne Likör in der Mischung. Weinschorle, G’Spritzter, Gespritzter, Spritz, Spritzer sind nur einige Begriffe für die sommerlich, leichte Weinvariante. Ähnlich wie mit Eiswürfel im Wein verpönen echte Weinliebhaber jegliche Verwässrung des edlen Rebensaftes. Natürlich kann man beides separat zu sich nehmen, die prickelnde Kühle des Mineralwassers zum Durst stillen und den aromatischen, kühlen Weiß- oder Roséwein im Stielglas mit all seinen Finessen genießen. Dieses Vergnügen bleibt nach wie vor ganz ungetrübt, weil es in der Sache kein „entweder oder“ gibt. Weinschorle ist ein eigenständiges Getränk und die perfekte Lösung Wein auch an vielen, immer heißer werdenden Tagen und Abenden zu trinken!
Spritz
„Wie schon die Alten wussten“ könnte die Erklärung des Getränkes Spritz lauten. Das Wort stammt aus der Alpenregion. In Österreich ist G’spritzter seit Generationen feststehender Bestandteil einer Getränkekarte und in Italien ist der Spritz Liscio oder Spritz Bianco „la bevanda dell estate“, das Getränk des Sommers. So gespritzter Wein löscht an heißen Tagen den Durst, schmeckt erfrischend lecker und macht maximal beschwingt und nicht betrunken - ein in jeder Hinsicht günstiges Gute-Laune-Getränk. Das wussten tatsächlich schon die Alten, lange bevor das Modegetränk Spritz noch mit Likör aller Couleur zusätzlich vermischt wurde. So gemischt hatte man auch viel länger etwas von einer Flasche Wein. Die genaue Herkunft des Begriffs Schorle ist nicht belegt. Als Kurzform bezieht sich das Wort wohl zu dem im 18. Jh. im Süddeutschen verwendeten Schorlemorle oder Schurlemurle für ebenfalls die Mischung von Wein und Mineralwasser.
Mischungsverhältnisse
Mit wieviel Mineralwasser sollte der Wein gespritzt werden? In welcher Reihenfolge sollten die Bestandteile in das Glas gegeben werden? Welches Glas ist das Passende? So einfach das Getränk auch ist, so viele Varianten gibt es. Das Mischen eines Gespritzten sorgt bis heute noch immer für genug Diskussionsstoff in geselliger Runde!

Weinglas, 1 :1 Wasser und Wein in der Reihenfolge

Weinglas, 2:1 Wasser und Wein in der Reihenfolge

Tumbler oder Weinglas 2/3 Weißwein 1/3 Sprudel 2-3 Eiswürfel Zitronenscheiben als Deko
Am besten alle Varianten einmal ausprobieren und dann auch noch untereinander variieren : ). Ob Wein schwerer wirklich wiegt als Wasser oder die Kohlensäure sowieso alles gleichmäßig durcheinanderwirbelt, lässt sich durch eigene Versuche am besten herausfinden. Als Durstlöscher im großen „Schobbe“, also im 0,5 l Schoppen, sind durchaus noch mehr Mischungsverhältnisse möglich! Und die Pfälzer Variante den Wein anstelle des Mineralwassers mit prickelnden Sekt zu „spritzen“, entspringt einer deutlich anderen Laune und weicht vom eigentlichen erfrischend leichten Spritz und damit vom Thema ab.
Welche Rebsorten eignen sich für die Weinschorle?
Im Grunde kann jeder nicht zu schwere Wein mit Mineralwasser zur Schorle werden. Normalerweise geht man von trockenen Weißweinen in Gutswein-Qualität aus. Je nach Vorliebe eignen sich Rebsorten, die nicht zu aromatisch sind wie z. B. Silvaner, Riesling, junger Weißburgunder oder Grüner Veltliner. Junge Weißweine bringen manchmal noch etwas prickelnde Gärkohlensäure mit, was direkt Frische ins Glas zaubert. Sogar mancher Vino Frizzante wird noch mit Mineralwasser gespritzt. Die sogenannten Bouquet Rebsorten Gewürztraminer oder Muskateller und auch liebliche Weine sind für den frischen G’spritzten nicht so tauglich. Wie alles, ist aber auch das, reine Geschmackssache! Rosé- und Rotweine werden regional sehr unterschiedlich als Weinschorle wertgeschätzt. Da die Kohlensäure mit den Tanninen im Rotwein nicht so gut harmoniert, sollten auch die Rosé- und Rotweine eher fruchtig und leicht sein.
Bleibt noch die Frage des Wassers zu klären.
Je sprudeliger, desto frischer, lautet die einfache Antwort. Soda, Sprudel und Medium Mineralwasser bringen mit ihren Bläschen die gewünschte Leichtigkeit ins Getränk. Schließlich verheißt der Name Spritz genau die perlende Frische, die Kohlensäure auf der Zunge und am Gaumen auslöst -spritzig eben!

